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Jodan - der Feurige!

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So wurde uns diese Position am Samstagabend nach ein paar Bier vorgestellt. Der Vortragende (nicht HP, dass sollte man hier klarstellen) schloss dann aber leider schnell mit dem Satz "Ach ne, Du bist ja blond, dass ist ja dann nichts für Dich." seine Ausführungen.

Das hat mich sehr beschäftigt, bislang dachte ich immer das Jodan nichts für mich wäre, weil ich mit 1,585 cm selten auf kleinere Gegner stoße. In Bezug auf die Körpergröße aber auch für die generelle innere Kampfhaltung ist es elementar wichtig (innerlich) seinen Gegner von oben zu sehen bzw. auf seinen Gegner herabzublicken. Darüber werde ich noch ein paar Monate (oder Jahre) sinnieren müssen, werde es aber trotzdem mal im laufenden Training probieren - Kai und Detlef sind für diesen Aspekt ja hervorragende Sparringspartner. Oder vielleicht fange ich doch lieber erstmal bei Christiane an.
Jodan macht schon viel Spaß, noch spannender fand ich die Kontertechniken. Was uns allen schwer zu schaffen machte, war die spiegelverkehrte Fußarbeit - sicherlich super fürs Gehirn, aber in der Realität hatte man plötzlich ein Holzbein. Da war nichts mehr mit elegantem Dahingleiten. "Das sieht ja schon super aus!" - ich frage mich immer noch, ob HP nicht vielleicht einfach woanders hingesehen hat. Vermutlich wollte er aber nur bei seinem allerersten Lehrgang - wir waren somit bei einem historischen Ereignis dabei - nur einen guten Eindruck hinterlassen.
"Hallo, ich bin der HP und das ist mein erster Lehrgang." So fing alles an. Wir lernten zunächst durch die Halle laufen - im Langlaufstil, später dann linker Fuß vorne, bis zum Kamai - Jodan versteht sich! Und damit waren wir am Anfang aller Probleme. Durch das Fumikomi mit links verkrampfte sich nach und nach die linke A***-Muskulatur, am rechten Fuß bildeten sich Blasen und im Oberschenkel hatte ich abends noch Krämpfe. Beim Versuch die Haustür zuhause aufzuschließen hatte ich nicht mal mehr die Kraft im Unterarm meine Shinais halten zu können - sie fielen mir einfach so aus der Hand. Die vielen einhändigen Schläge haben sich deutlich bemerkbar gemacht. Das klingt jetzt irgendwie, als hätten wir die Hölle auf Erden durchgemacht. Da muss ganz klar gesagt werden: Das war definitiv nicht der Fall!!! Es war ein großartiger Lehrgang, der von vorne bis hinten einen roten Faden hatte und unheimlich viel Spaß gemacht hat!! Faktisch belegen kann man das darin, dass ich während der ganzen Zeit nur zweimal kurz auf die Uhr geschaut habe und zwar nicht mit dem Gedanken "Oh Mann, wie lange denn noch?" sondern mit "Wie, schon so spät?".
Viele hätten ihre Ressentiments gegen HP zu kämpfen. Man sage über ihn, "Der haut immer so doll"; so leitete HP eine seiner Erklärungen ein. Das täte ihm wahnsinnig leid, aber das sei halt Jodan. Wir antworteten mit gelöstem Gelächter.... Das uns dann bald verging. Es ist erstaunlich, dass die Anzahl der Leute, die aus dem Jodan heraus nicht das Kote treffen noch größer ist, als ohnehin schon ... immer schön vorbei an den Protektoren: rechts ... links ... Daumen. Gleiches gilt für Men und als Beweis hätte ich das auch blau auf Haut auf meiner Schulter. Aber wer es selbst einmal ausprobiert hat, weiß, wie schwer das ist! Man muss sich das etwa so vorstellen, als wenn man als Anfänger nach etwa 2 Wochen Kendo in eine Rüstung gesteckt wird, allerdings die natürliche Grenze der Überwindung richtig zuzuschlagen schon überwunden hat. Die Theorie mit dem Anfänger passt übrigens auch gut zu dem oben schon erwähnten "Holzbein". Aber auch diejenigen, die direkt Jodan trainierten, hatten zu leiden. Wer hätte ahnen können, dass wir unsere Ganzarm-Kote mitbringen sollten. Resümierend kann man wohl sagen, Jodan ist keine halbe Sache. Sowohl der Gegner als auch man selbst hat ganz schön einzustecken. HP hatte wohl nicht unrecht als er sagte, Jodan ist nicht für jeden etwas, dafür müsse man ein passendes Temperament haben.

 

Ich sind ...
Wiebke, Johann und Heike - Tobi und Benedikt waren auch mit dabei

Bericht zum 1. Jodan-Lehrgang am 15.-16.05.2010